Freitag, 21. Oktober 2016

[Rezension] "Im Jahr des Affen" von Que Du Luu - Ein wunderschöner und besonderer Roman über die Suche nach sich selbst, seiner Heimat und dem Erwachsenwerden!

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Titel: Im Jahr des Affen
Autor: Que Du Luu
Verlag: Königskinder
Format: Hardcover - 288 Seiten
Preis: 16,99€
Alter: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-56019-3
Kaufen: Carlsen

Meine Wertung: ✿✿✿

 

Inhalt:

Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant.
Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam.
Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück.

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Meine Meinung:

Ich liebe die Königskinder-Bücher, einfach weil sie so besondere und sehr einfühlsame Geschichten erzählen. Von Außen (tolle Cover) und von Innen einfach wunderschöne Bücher! 

Der Schreibstil ist ungewöhnlich, dabei aber sehr angenehm und poetisch. Bereits beim Lesen bemerkt man die Zerissenheit und die Frage nach der Zugehörigkeit. Die Frage: Wo gehöre ich eigentlich hin? Der Vergleich mit der Banane (außen gelb und innen weiß) zum Beispiel ist sehr interessant und einfach passend, denn Mini sieht aus wie eine Chinesin, ist aber vom Verhalten her eine Deutsche. Es werden sehr häufig Sätze auf chinesisch eingestreut, was mir wirklich gut gefällt und auch die Lebensweise der Chinesen wird innerhalb der Geschichte ein wenig nähergebracht.

Besonders spannend fand ich es gemeinsam mit Mini etwas über ihre Vergangenheit herauszufinden. Wie ihre Flucht aus Vietnam verlaufen ist, wie ihr Jahr im Flüchtlingslager in Thailand war und wie sie nach Deutschland gekommen sind. Dabei erfährt der Leser ebenfalls eine Menge über Bao, Onkel Wu und auch Minis Vater. 
Es muss furchtbar sein, so eine Flucht erleben zu müssen. Es erinnert mich immer wieder an die jetzige Situation und dass nicht alle Menschen so großes Glück haben und die Flucht überleben. 

Mini ist eine wunderbar realistische Protagonistin im typischen Teenager-Alter. Sie wird langsam erwachsen und merkt, dass nicht alles so positiv am Erwachsenwerden ist, wie sie es sich vorher gedacht hat. Sie hat eine Menge Dinge zu lernen und zu verarbeiten und nicht jede ihrer Reaktionen ist richtig...doch wer handelt immer und zu jeder Zeit auf die genau perfekte Art und Weise? Ich hab Mini in mein Herz geschlossen!

Die Handlung besticht weder durch Action, noch durch Spannung, sondern vielmehr durch die leisen Töne. Die Geschichte sagt eine Menge aus und hat mich mit der besonderen Sprache und dem besonderen Thema - Kultur, Interessensunterschiede, Flucht -  beeindruckt.

Fazit:

Ein wunderschöner und besonderer Roman über die Suche nach sich selbst, seiner Heimat und dem Erwachsenwerden!
In diesem Buch steckt einiges mehr, als man zu Beginn denken mag! Absolut lesenswert und hochaktuell!

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